Juan Ramón Jiménez: TIEMPO / ESPACIO. 10 poetische Fragmente

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Florida (Miami), ganz Raum, flugbereit,

gab mir das große Prosagedicht ESPACIO

und die gangbare Landebene:

das erinnerungswürdige Prosastück TIEMPO.

Zwei Abgründe: einen weiteren vertikalen

zwischen Zenit und Fußpunkt

sowie diesen horizontale:

den vier Weltgegenden hin.

TIEMPO / ESPACIO. 10 poetische Fragmente

ISBN 978-3-927648-02-7

Einband, broschiert
96 Seiten
14,8 × 21 cm
12,50 Eur[D] / 13,50 Eur[A] / 15,00 sFr

10 poetische Fragmente. Mit einem poetischen Hommage von Pureza Canelo. Herausgegeben, übertragen und mit einem Nachwort von Tobias Burghardt. Tuschezeichnung von Gregor Burghardt.

Edition Delta, Stuttgart

JUAN RAMÓN JIMÉNEZ (1881-1958) wurde 1956 mit dem Literaturnobelpreis in Stockholm ausgezeichnet. Der spanische Dichter gilt als Erneuerer der spanischen Lyrik des 20. Jahrhunderts. Sein poetisches Werk verinnerlichte den MODERNISMO von Rubén Darío, die spätromantische Gefühlswelt von Rosalía de Castro und Gustavo Adolfo Bécquer sowie die Romancero-Tradition. Juan Ramón Jiménez war der Wegbereiter der GENERACIÓN DEL 27, zu der so bedeutende Dichter wie Federico García Lorca, Rafael Alberti oder Jorge Guillén gehören.

Im Vorwort zu ESPACIO schreibt Juan Ramón Jiménez:

„Ich habe immer geglaubt, dass ein Gedicht weder lang noch kurz ist, dass das Werkschaffen eines Dichters und sein leben ein Poem ist. Alles ist eine Frage des Öffnens oder Abschließens.

Das lange Gedicht mit epischem Charakter, eine breite Mischung aus allgemeiner Intrige von Gehalt und Technik, hat mich nie angezogen; ich toleriere die langen Gedichte nicht, vor allem nicht ‚die modernen Langgedichte, die darüber hinaus noch wegen ihren besten Brüchstücke weltweit als die schönsten Stücke der Literatur angesehen werden.

Ich glaube, dass ein Dichter nicht handwerkeln darf, um ein Gedicht weitläufiger zu »komponieren«, sondern dass er die besten Strophen retten, befreien und den Rest verbrennen sollte. Oder es als zusätzliche Literatur belassen sollte. Aber mein leben lang habe ich die Idee von einem fortlaufenden (Wieviele Millimeter, Meter, Kilometer?) Gedicht ohne konkrete Angelegenheiten gehegt, das nur durch die Überraschung, den Rhythmus, das Erreichnis, das Licht, die fortwährende Illusion verbunden ist, d.h. durch innere Elemente, durch sein Wesen. Ein geschriebenes Gedicht, das im Verhältnis zu den andren versifiziert wäre, wie beispielsweise die Musik Mozarts oder Prokofievs zur übrigen Musik ist: eine Folge mehr oder weniger unerklärlicher und genussvoller Schönheit. Das es die geschriebene Ausdrucksfolge wäre, die in uns die Betrachtung der fortwährenden unaussprechlichen Blicks der Schöpfung erwecken würde: das Leben, der Traum oder die Liebe.

Wenn ich sagen würde, dass »ich versucht habe«, ein solches Poem in diesen Fragmenten zu schreiben, dann würde ich lügen. Ich habe es nicht »versucht«, noch möchte ich es als ein »Aufgabe« ähnlichen Stils versuchen. Was dieses Stück Literatur sein wird, ist frei zu meinem poetischen Bewusstsein und meinem relativen Ausdruck gekommen, es ist zu seiner Zeit gekommen als eine Antwort, die aus demselben Kern meiner Fragestellung sich erbildete, oder besser noch: aus meiner Sehnsucht eines gewissen Bereiches meines Lebens nach dieser einzigartigen Schöpfung.

Ohne Zweifel geschah das in meiner Spätphase, als diese Antwort zu mir kommen sollte, dieses Echo aus dem Umkreis des Menschenbruders.“

(Florida 1941-1942-1954)

Stimmen

Juan Ramón Jiménez

Es sorprendente la vivacidad con que el poeta recrea, en unas cuantas líneas admirables, la atmósfera de un lugar pero ¿en dónde está ese lugar? Madrid o Nueva York, Miami o Moguer: todo es igual a fuerza de ser distinto. La intensidad de las sensaciones anula a la geografía . ¿Y el tiempo? No transcurre: es un relampagueo que todo lo disuelve. Todos los tiempos y todos los lugares son idénticos. El poema es uno sucesión, con frecuencia, deslumbrante, de logros, descubrimientos, iluminaciones, espejeos y puerilidades.

En los grandes poemas simultaneístas -pienso en „The Waste Land“, en los „Cantos“ y , aunque menos complejo, en „Le Musicien de Saint-Merry“- hay un centro, un imán que mantiene unidos a todos los fragmentos. En „Espacio“ el imán es la sensibilidad de Juan Ramón: finísima, vasta e insuficiente.

OCATVIO PAZ

Überraschend ist die Beweglichkeit des Geistes, mit der der Dichter in einigen wenigen und bewundernswerten Zeilen die Atmosphäre eines Ortes wiedererschafft. Aber: wo ist dieser Ort? Madrid oder New York, Miami oder Moguer, alles ist ähnlich kraft der Verschiedenheit. Die Intensität der Eindrücke hebt die Geographie auf. Und die Zeit? Sie verlauft nicht. Die Zeit ist ein Blitz, der alles auflöst. Alle Zeiten und Ortschaften sind identisch. Das Poem ist eine lebhafte, glanzvolle Folge von Erreichnissen, Entdeckungen, Erleuchtungen, Spiegeln und Kindlichkeiten.

In den großen simultaneistischen Gedichten „The Waste Land“, „Cantos“ und weniger komplex in „Le Musicien de Saint-Merry“ gibt es einen Mittelpunkt, der magnetisch alle Fragmente zusammenhält. Hier ist der Richtungsmagnet die Sensibilitat Jiménez‘, die äußerst fein, weitgreifend und unschlüssig ist.

OCATVIO PAZ

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