Früher oder später - Tarde o temprano
Gedichte, zweisprachig: Spanisch - DeutschISBN 978-3-927648-39-5
Einband, broschiert
235 Seiten
15,6 × 15,6 cm
17,50 Eur[D] / 18,00 Eur[A] / 25,00 sFr
Gedichte. Poemas 1964-2000. Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. Aus dem mexikanischen Spanisch von Juana und Tobias Burghardt. Fotoessay von Enrique Hernández-D'Jesús. Nachwort von Tobias Burghardt
Edition Delta, Stuttgart 2011
Stimmen
Rede des Staubs
Der mexikanische Dichter José Emilio Pacheco liebt den steten Wandel. Ohne die Veränderung, hat er einmal geschrieben, wäre das Leben aus Stein. So bleibt auch die Poesie «niemals im Stillstand». Der Dichter versucht sich in Metamorphosen. Mit seinen Worten, die «aus der Essenz / von Welt und Poesie» gemacht sind, schreibt er an gegen die vergehende Zeit: «Er pflügt im Meer. / Schreibt auf das Wasser.» Je weiter das Schreibleben voranschreitet, desto skeptischer wird der Ton der Gedichte. Zweifel schleichen sich ein, ob das Gedächtnis und die Stille der «Rede des Staubs» widerstehen können. Doch obwohl alle Schritte ins Nichts zu führen scheinen, denkt sich Pacheco immer neue Formen für seine Worte aus. So gelingt es ihm etwa, in einem Zyklus über den Zirkus die Gestalten zu variieren, «Gefäss der Luft» zu sein oder «Wasserkörper» – und so nebenbei eine kleine Geschichte der Welt zu schreiben. «Das Leben geht allein dank des Konflikts vorwärts», lesen wir dort in der soliden Übersetzung von Juana und Tobias Burghardt. Und wieder ist es die Bewegung, die das Gedicht vorantreibt. Eine Bewegung, die sich auf beinahe jeder Seite dieser schönen Werkauswahl zeigt. Nur ab und an ist der Ton ein wenig zu getragen. Pacheco gibt den Versen sein Feuer, «webt sich in Licht» und versucht, die Fülle des Augenblicks festzuhalten.
ncb (Neue Zürcher Zeitung, 7. Februar 2012)
Mexikaner Pacheco nimmt Cervantes-Preis entgegen
Spaniens König Juan Carlos hat dem mexikanischen Dichter José Emilio Pacheco den Cervantes-Preis, die höchste literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt, überreicht. Bei der feierlichen Zeremonie in der Universität von Alcalá de Henares nahe Madrid würdigte der Monarch am Freitag die große Menschlichkeit und das soziale Engagement des 70 Jahre alten Literaten: „Pacheco hat sich in seinem Werk stets für die Leidenden dieser Welt eingesetzt.“
In seiner Dankesrede machte Pacheco auf die Schwierigkeiten vieler Schriftsteller aufmerksam, von ihrem Beruf zu leben. „Wir gehören fast alle einem Bettlerorden an.“ Den meisten gehe es heute wie seinerzeit dem „Quijote“-Autor Miguel de Cervantes: Die gebührende Anerkennung für ihr Werk werde ihnen versagt.
Pacheco hatte den mit 125 000 Euro dotierten Preis im November zugesprochen bekommen. Er ist nach Octavio Paz, Carlos Fuentes und Sergio Pitol der vierte Mexikaner, der ihn erhält. Der 70-Jährige gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Poeten Lateinamerikas. Auf Deutsch sind von ihm die Gedichte-Sammlung „Rückkehr zu Sisyphos“, die Erzählungen „Kämpfe in der Wüste“ und der Roman „Der Tod in der Ferne“ erschienen.
Focus (München, 23. April 2010)
Cervantes-Preisträger 2009
Der jährlich verliehene Cervantes-Preis gilt als der Literatur-Nobelpreis des spanischsprachigen Raums. Er ist mit 125.000 Euro dotiert und wird nach einem ungeschriebenen Gesetz abwechselnd an einen spanischen und einen lateinamerikanischen Autor vergeben. Der mexikanische Dichter José Emilio Pacheco (70) sei ein "außergewöhnlicher Poet des Alltagslebens", betonte die Jury. "Er besitzt die Fähigkeit, sich eine eigene Welt zu erschaffen."
Pacheco, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Poeten Lateinamerikas, war in diesem Jahr zu den Favoriten gezählt worden, nachdem im Vorjahr der Spanier Joan Marsé die Auszeichnung erhalten hatte.
Der Mexikaner hat für seine poetischen Werke zahlreiche Auszeichnungen erhalten und gilt als der bedeutendste lebende Dichter seines Landes. Als Pacheco kürzlich in Madrid den Königin-Sofía-Preis für iberoamerikanische Poesie erhielt, wies er allerdings die Einstufung als bester Dichter in Mexiko mit einer humorvollen Bemerkung zurück: "Ich bin nicht einmal der beste Dichter in meinem Stadtviertel, denn in meiner Nachbarschaft wohnt Juan Gelman." Gelman ist einer der wichtigsten argentinischen Poeten. Der in Mexiko-Stadt lebende Poet hatte den Cervantes-Preis vor zwei Jahren erhalten.
dpa (Zeit online, 30. November 2009)


