Sei es Muschel oder Fächer oder Augengefieder
das Wort treibt mit dem Duft des Horizonts
den es nicht sieht doch vor dessen Glanz es zittert
in seinen Silben mit dem leichtesten Rauschen
und verschwommen luftig berauscht weiß

Genesis & Konstellationen – Génese & Constelações
Gedichte, zweisprachig: Portugiesisch - Deutsch
ISBN 978-3-927648-19-7
Einband, broschiert
192 Seiten, 1 s/w Autorenfoto
19,2 × 15,6 cm
17,50 Eur[D] / 18,00 Eur[A] / 30,00 sFr
Mit einer Pastellzeichnung von Juana Burghardt. Aus dem Portugiesischen von Juana und Tobias Burghardt. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt
Edition Delta, Stuttgart 2008
António Ramos Rosa
ANTÓNIO RAMOS ROSA, geboren im Herbst 1924 in Faro, wuchs in der Provinzhauptstadt der Algarve auf und arbeitete nach seiner Schulzeit als Büroangestellter. Er interessierte sich seit seiner Jugendzeit besonders für die portugiesische und internationale Literatur, vor allem aber für die Poesie. 1945 ging er nach Lissabon, schloß sich der Jugendbewegung der demokratischen Einheit (MUD Juvenil - Movimento de Unidade Democrática) an, die alle Gegner des Estado Novo der Salazar-Diktatur (1932-1968) vereinte, und kehrte zwei Jahre später zurück. In Faro unterrichtete er Portugiesisch, Französisch und Italienisch, war Angestellter und übersetzte für das Unternehmen »Europa-América«. Gleichzeitig lernte er andere junge Autoren kennen, die ihn zur Veröffentlichung seiner ersten Gedichte und literaturkritischen Beiträge ermunterten. So gründete er 1951 die Zeitschrift »Árvore« (1952-1954) mit, später die Zeitschriften »Cassiopeia« (1956) und »Cadernos do Meio-Dia« (1958-1960). Er entwickelte sich mit seinen essayistischen Texten, die sich mit dem eigenen Schreiben und den poetischen Werken anderer auseinandersetzen, zu einem feinfühligen Literaturkritiker.
Vor einem halben Jahrhundert veröffentlichte er sein Lyrikdebüt »O Grito Claro« (1958), dem bald ein weiteres Werk folgte: »Viagem Através de Uma Nebulosa« (1960). Anfangs waren in seiner Poesiesprache noch surrealistische Anklänge, die sich allmählich in die Hinwendung zur Natur verwandelten, zu den vier Elementen - Erde, Wasser, Luft, Feuer - und einer poetologischen Betrachtungsweise, die das elementare Sonnenwort - »a palavra solar« - als eine Rückbesinnung auf die Sprache des Ursprungs sucht. Er gehörte zur einflußreichen Literaturgruppe »Poesia 61«. Seit den sechziger Jahren widmete sich ausschließlich der Literatur und ging wieder nach Lissabon.
In der Zwischenzeit sind mehr als fünfzig poetische Einzeltitel sowie mehrere Essaysammlungen und auch Aphorismen von ihm erschienen. Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter befinden sich sowohl der portugiesische Nationalpreis für Poesie (1971), der Prémio Fernando Pessoa (1988), der Prémio Municipal Eça de Queiroz von Lissabon (1992) und der Grande Prémio Sophia de Mello Breyner Andresen von São João da Madeira (2005) als auch der renommierte Preis der Poesie-Biennale von Lüttich (1991) und der Prix Jean Malrieu (1992) für den besten übersetzten Lyrikband in Frankreich. Für seine portugiesische Übertragung einer Werkauswahl von Paul Éluard erhielt er den Übersetzerpreis der Stiftung Hautevilliers für den Dialog der Kulturen (1976). António Ramos Rosa gehört zu den herausragenden portugiesischen Lyrikern der Gegenwart.
Sein jüngster Gedichtband »Genesis & Konstellationen« (2005, zweite Auflage 2007) fand in Portugal ein vorzügliches Echo und wurde inzwischen mit drei namhaften Poesiepreisen ausgezeichnet, zuerst mit dem Großen Poesiepreis der portugiesischen Schriftstellervereinigung APE unter der Schirmherrschaft der portugiesischen Post CTT (2005), dann mit dem Poesiepreis des P.E.N.-Zentrums Portugal (2005) und schließlich mit dem Poesiepreis Luís Miguel Nava (2006). In »Genesis« geht der poetische Blick auf die abwesenden Dinge, die sowohl unsichtbar als auch begehrt sind und den schöpferischen Zustand des Werdens mannigfaltig durchstreifen. Seine Poetik selbst, in denen die Wörter wie Blütenstaub jenes Blicknetz vom Fenster zum Horizont befruchten, wird zur »Metamorphose des Raums«. In »Konstellationen«, wie auch seine ureigenen Gedichtstrukturen genannt werden können, wirkt die Ruhe des siebten Schöpfungstages nach, dessen Vollendung einen immerwährenden Anbeginn weckt: »die dunkle Kühle der sternübersäten Nacht«. Beide Zyklen ergänzen einander und lassen uns die ursprüngliche Substanz dieses südeuropäischen Dichters kennenlernen.
Tobias Burghardt (Nachwort)
Originalausgabe: Génese & Constelações, Lisboa: Roma Editora, 2005. Grande Prémio de Poesia APE/CTT, 2005; Prémio P.E.N. Clube Português de Poesia, Lisboa, 2005; Prémio de Poesia Luís Miguel Nava, 2006.
Em qualquer parte um homen
discretamente morre
António Ramos Rosa
A palavra de água
onde nego a morte. Pausa
do sol.
Casimiro de Brito

Zwei Gewässer, ein Fluß - Duas Águas, Um Rio
Gedichte, zweisprachig: Portugiesisch - Deutsch
ISBN 978-3-927648-10-4
Einband, broschiert
167 Seiten
15,6 × 15,6 cm
17,50 Eur[D] / 18,00 Eur[A] / 30,00 sFr
Ein zweistimmiger Zyklus. Aus dem Portugiesischen von Juana und Tobias Burghardt
Edition Delta, Stuttgart 2008
António Ramos Rosa & Casimiro de Brito
ANTÓNIO RAMOS ROSA wurde am 17. Oktober 1924 in Faro geboren. Seit den sechziger Jahre lebte der Lyriker, Essayist, Übersetzer und Literaturkritiker in der Haupstadt Lissabon und leitete die portugiesischen Literaturzeitschriften Árvore, Cassiopeia und Cadernos do Meio-Dia.
António Ramos Rosa kehrte später nach Faro zurück und lebt heute wieder in Lissabon. 1988 wurde sein poetisches Werk u.a. mit dem renommierten Prémio Fernando Pessoa gewürdigt. Sein umfangreiches Werk, mehr als fünfzig Gedichtbände seit 1958, umkreist die Welt der vier Elemente Erde, Wasser, Feuer, Luft.
Auf Deutsch lagen bislang nur einzelne Gedichtbeispiele in Anthologien vor. Für seinem jüngsten Gedichtband Génese & Constelações (2005), der jetzt auch hier in deutscher Übersetzung vorliegt, wurde er in Portugal mit drei namhaften Poesiepreisen ausgezeichnet.
CASIMIRO DE BRITO wurde 1938 in Loulé (Algarve) geboren und lebt seit 1971 in Lissabon. In den späten fünfziger Jahren begann er, Gedichte zu veröffentlichen. Seither sind mehr als 40 Lyrikbände erschienen, zudem schreibt er Aphorismen, Essays, Romane und Erzählungen.
Der vielseitige Autor gehört zur portugiesischen Bewegung Poesia 61 und war Herausgeber mehrerer einflussreicher Literaturzeitschriften, darunter Cadernos do Meio-Dia (gemeinsam mit António Ramos Rosa) und Outubro / Fevereiro / Novembro (mit Gastão Cruz). Derzeit leitet er drei Internationale Poesiefestivals in Portugal (Faro, Lissabon, Madeira & Porto Santo). Er war Vorsitzender der Association Européenne pour la Promotion de la Poésie, Löwen (Belgien) und von 1994 bis 2009 Präsident des portugiesischen P.E.N.-Clubs.
Seine Gedichte wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Seinerseits übersetzt er Lyrik aus verschiedenen Sprachen, vornehmlich jedoch aus dem Japanischen. Für sein poetisches und literarisches Werk wurde Casimiro de Brito mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Internationalen Poesiepreis Senghor 2002 und dem Europäischen Lyrikpreis Sibila Aleramo-Mario Luzi 2004. In Genf wurde er 2006 zum Friedensbotschafter ernannt. Zuletzt erschien seine zweisprachige Werkauswahl O amor, a morte e outros vícios / Die Liebe, der Tod und andere Laster, teamart Verlag, Zürich 2007.
( http://www.teamart.ch/casimirodebrito.shtml )