Die Piatock-Akademie - La Academia de Piatock
ISBN 978-3-927648-40-1
Einband, broschiert
187 Seiten
15,6 x 21,0 cm
17,50 Eur[D] / 18,00 Eur[A] / 25,00 sFr
Aus dem argentinischen Spanisch von Juana und Tobias Burghardt. Umschlaggestaltung von Juana Burghardt. Mit einem Nachwort von Tobias Burghardt.
Edition Delta, Stuttgart 2011
Der Wind ist manchmal wie alle - El viento a veces es como todos
ISBN 978-3-927648-11-1
Einband, broschiert
161 Seiten, 1 Bild
23,6 × 15,6 cm
17,50 Eur[D] / 18,00 Eur[A] / 25,00 sFr
Werkauswahl - Antología personal (1962-2007). Mit einem Bild von Ciro Bustos. Aus dem argentinischen Spanisch von Juana und Tobias Burghardt.
Edition Delta, Stuttgart 2008
Stimmen
La Academia de Piatock - Die Piatock-Akademie
Muchos siglos palpitan en este libro que traza una parábola estupenda sobre el mundo que hoy vivimos y la necesidad de cambiarlo. La pasión de Alberto Szpunberg conjunta el ritmo del poema con el ritmo de la prosa de tal modo que disuelve los géneros en un solo movimiento. Quien no lea La Academia de Piatock contrae consigo mismo una enorme deuda espiritual. Aunque no lo sepa.
Viele Jahrhunderte pulsieren in diesem Buch, das eine wunderbare Parabel über die Welt, in der wir heute leben, und die Notwendigkeit ihrer Veränderung entwirft. Die Leidenschaft von Alberto Szpunberg verbindet den Rhythmus des Gedichts mit dem Rhythmus der Prosa, indem er die Gattungen in eine einzige Bewegung auflöst. Wer Die Piatock-Akademie nicht liest, gerät mit sich selbst in eine riesige geistige Schuld. Obschon er es nicht weiß.
Juan Gelman
Der Wind ist manchmal wie alle
Der argentinische Autor jüdischer Herkunft Alberto Szpunberg liest aus seinem Gedichtband „Der Wind ist manchmal wie alle". Hierbei handelt es sich um eine Werkauswahl aus den Jahren 1962 bis 2007. Im Teil genannt „Die Piatock-Akademie" setzt er sich mit den jüdischen Ursprüngen der mitteleuropäischen Kultur auseinander. So schafft er neben seinem familiären und religiösen Ursprung weitere Bezugspunkte zu Prag, die seine Lesung für das Prager Publikum über den literarischen Genuss hinaus interessant machen.
Prager Literaturhaus (6. September 2010)
"La poesía no puede permanecer ajena a los horrores del mundo"
"Quien no lea 'La Academia de Piatock' contrae una enorme deuda espiritual. Aunque no lo sepa". Esas son las palabras de Juan Gelman que aparecen en la contratapa de la edición argentina del último libro de Alberto Szpunberg, el poeta que acaba de visitar por primera vez Praga para brindar una lectura de sus mejores poemas.
"Yo, Piatock, vi muchas cosas en mi vida: en vísperas del día más terrible de todos los días, asistí al parto de un cordero de dos cabezas: con la una asentía, con la otra negaba, pero en sus cuatro ojos brillaba la misma única mirada de los que de una u otra forma van a morir".
La obra de Alberto Szpunberg aspira a recuperar la tradición humanista judía, para intentar un cambio de conciencia en el mundo, con Rimbaud en el horizonte.
Alberto Szpunberg visitó Praga para compartir con el público checo parte de su obra. En un recital la tarde del lunes, leyó en la Casa Literaria de Praga poemas de su antología bilingüe español-alemán ‘El Viento a Veces es como Todos'. Y puso especial hincapié en su último libro, ‘La Academia de Piatock', publicado en 2008 en Venezuela y de próxima edición en Argentina. Para ‘La Academia de Piatock', Szpunberg se basó en sus recuerdos de infancia.
Gonzalo Núñez (Radio Prag, 7. September 2010)
"Du bist verwundbar"
"Du bist verwundbar"
Der große argentinische Poet Alberto Szpunberg kommt nach Dresden
Wenn Argentinien im Oktober Gastland der Frankfurter Buchmesse sein wird, sollte die Poesie nicht nur eine Neben-, sondern die Hauptdarstellerin sein. „Diese Stadt, die ich für meine Vergangenheit hielt, / ist meine Zukunft, meine Gegenwart", schrieb einst der große Jorge Luis Borges in seinem Gedicht „Vorstadt" über Buenos Aires - und bis heute trifft man in der argentinischen Metropole viele Dichter.
Doch zuvor gibt es die einmalige Gelegenheit, einem der namhaftesten Dichter Lateinamerikas in Dresden persönlich zu begegnen: der 1940 in Buenos Aires geborene und heute in der Nähe von Barcelona lebende Alberto Szpunberg gibt - zusammen mit seinen deutschen Übersetzern Joana und Tobias Burghardt - dem Poesiefestival „Bardinale" die Ehre und wird am 3. September als einer von vier Gästen des internationalen Leseabends „Poetry International" im Jazzclub Neue Tonne aus seinen Büchern lesen.
Szpunbergs Leben gleicht, wie ja das vieler lateinamerikanischer Schriftsteller, einer Odyssee. Er hat viele Jahre im Untergrund gelebt, sich Widerstandsgruppen gegen die in Argentinien herrschenden Militärs angeschlossen und in seinem Versteck u.a. Diderots „Jaques, le fataliste" übersetzt. Im Mai 1977, ein Jahr nach dem Militärputsch, ging Szpunberg mit seiner Familie, mit Umweg über Paris, ins Exil nach Barcelona.
Die Heimatlosigkeit der Exilanten ist ein wiederkehrendes Thema im Werk des Dichters, manchmal zeigt das schon der Titel eines Gedichtzyklus an. In „Exil in El Masnou" heißt es in Anspielung auf Homer und die von ihm besungenen göttlichen Heldentaten: „aber du bist kein Sohn einer Göttin.../ deine Freunde sind die einzigen Götter, die sich nachmittags / auf keinem Berg versammeln.../ nein, niemand hält dich vorsichtig an der Ferse, du bist verwundbar." Aus eben dieser Verwundbarkeit schöpft der Dichter Szpunberg sein großes Werk, dessen Hoffnung manchmal in nur zwei Worten liegt, etwa wenn es über ein Schiff heißt, daß es „hinfahren und zurückkommen kann, auch zurück" (también volver).
Sehr bekannt geworden ist Szpunberg mit einem Zyklus von Gedichten, die er, weil sie in den Wirren seines Aufbruchs ins spanische Exil verlorengingen, frei aus dem Gedächnis wieder heraufholen und neu zusammensetzen mußte. Diese Gedichte sind später in den Band „Sein Feuer in der Wärme" (Su fuego en la tibieza) aufgenommen worden. In selbigem finden sich auch die wunderschönen „Briefe an Mozart", in denen der Absender zuerst bedauert, daß „die Zeit stets verhindert, daß wir am selben Tisch sitzen können, zusammen den Aufgang der Sonne erleben", um sodann zu mutmaßen, daß er, Mozart, wohl niemals die Hitze und Feuchtigkeit des argentinischen Sommers überlebt hätte: „Der Sommer in Buenos Aires drückt viel mehr als Ihr Grabstein, viel mehr als Ihr Leichentuch."
Für seinen sechsten Gedichtband „Lichter, die in der Ferne" erhielt Alberto Szpunberg, der immer auch für Zeitungen und Zeitschriften geschrieben und an namhaften Universitäten unterrichtet hat, im Jahr 1994 den Internationalen Lyrikpreis Antonio Machado. Daß sein Werk in Deutschland noch weniger bekannt ist als etwa das des Mexikaners Octavio Paz oder seines Landsmannes Jorge Luis Borges, dessen Vorlesungen an der Facultad des Filosofia y Letras er übrigens als Student besuchte, dürfte damit zusammenhängen, daß ihm der Literaturnobelpreis und die ganz große Aufmerksamkeit bisher verwehrt geblieben sind. Doch in der spanischsprachigen Welt ist Alberto Szpunberg längst kein Unbekannter mehr.
Im deutschsprachigen Raum kann man ihn jetzt entdecken: in der auf spanisch- sowie portugiesischsprachige Lyrik spezialisierten Stuttgarter Edition Delta ist unter dem Titel „Der Wind ist manchmal wie alle" ein vorzüglicher Auswahlband seiner Poesie erschienen. Ein Grund mehr dabeizusein, wenn Alberto Szpunberg in Dresden eine Auswahl aus seinem umfangreichen Werk vorstellen wird.
Szpunberg bricht das Pathos
Der Argentinier Alberto Szpunberg (geboren 1940 in Buenos Aires) ballt zornig die „Faust des Windes". Sein Zyklus „Exil in El Masnou" gehört zu jenen freirhythmischen Erzählgedichten, die er im spanischen Exil schrieb. Da hatte der Sohn einer jüdischen Familie bereits drei Lyrikbände veröffentlicht, an der Universität Buenos Aires bei Jorge Luis Borges Vorlesungen gehört und war aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen worden, weil er sich für Gedichte der Chinesen Tu Fu und Li Po interessierte. Zeit- und Ortlosigkeit verbieten sich bei dem revolutionär inspirierten Professor für argentinische Literatur von selbst. Seine Abrechnungen mit den einstigen Genossen in Gedichten wie „Die alten Stalinisten" und „17. Oktober" aus den frühen Büchern korrespondieren mit den jüngsten, sentenzhaft knappen Versen über das Wesen der Sprache. Soziales und politisches Engagement zeigt sich noch heute selbst in einfachen Vergleichen: „Frei, / wie eine Menge, welche die Straßen überflutet, / nur die immer offene Geste / des Gedichts." Szpunberg schrieb seine leidenschaftlichsten Gedichte in den sieben Jahren des Exils in und bei Barcelona und Paris. In allen Schaffensperioden ist das Gedicht Teil eines unablässigen Gesprächs - mit der Geliebten, der Tochter, den Gefährten des Widerstandes gegen die Diktatur, den zufälligen Anglern am Fluss, den Lebenden und den Toten. Aus Erinnerungen wächst ihm die Vision von der Kraft des Wortes zu: wackere Utopien, deren Pathos mit alltäglichen Gesten gebrochen wird.
Umfächelt von seltsamen Sprachen
Manchmal gelingt Szpunberg auch die Kunst, die Beschreibung von Kleinigkeiten in eine Meditation über die Zeichenhaftigkeit der Welt überzuführen: «Der Rio de la Plata, der breiteste Fluss der Welt, erstreckt sich über die halbe Seite 87, / wo eine zittrige Linie hinabfliesst wie die Zeichnung aller Wasserläufe.» Juana und Tobias Burghardt haben diese Bewegung gut im Deutschen nachgebildet. Am Ende der Gedächtnisreise, die zugleich ein Schweifzug durch Szpunbergs Biografie zu sein scheint, steht der Traum, die Sprache allein könne das Überleben sichern, ein einfaches Wort wie «Brot» etwa, «das knusprige Wort, / genau verteilt, / noch warm, / von Mund zu Mund». Besser kann man die Arbeit der Erinnerung kaum beschreiben.
Rezensionsnotiz
Nico Bleutge stellt in einer Dreifachbesprechung Gedichtbände lateinamerikanischer Lyriker vor. Alberto Szpunberg gilt ihm als Grandseigneur der argentinischen Lyrik, der 1940 in Buenos Aires geboren wurde. Neben die philosophischen Betrachtungen über das Meer oder die Wirkung von Worten treten immer wieder eine gewisse Bodenhaftung und die genaue Beobachtungsgabe des Autors, die dem Rezensent offensichtlich sehr zusagen. Wenn sich dann gar aus der Beschreibung von kleinsten Details "Meditationen über die Zeichenhaftigkeit der Welt" ergeben, ist Bleutge gefesselt, der sich auch mit den Übersetzern dieses Bandes sehr zufrieden zeigt.
Perlentaucher - www.perlentaucher.de
Buchhinweis
Aus über zehn der zahlreichen Gedichtzyklen haben die Übersetzer eine repräsentative Auswahl zusammengestellt, die das Werk von Alberto Szpunberg zum ersten Male einem deutschsprachigen Lesepublikum vorstellt. Im Alter von 22 Jahren veröffentliche er seinen ersten Gedichtband. In dem Gedicht „Entwurzelung" aus seinem zweiten Band von 1963 heißt es „ ... mein Großvater kam in dieses Land, aber er kam nicht an ... / er verleugnete das Meer und die Erde, / und selbst der Himmel reichte ihm am Ende nicht aus ..." In den unruhigen Jahren nach 1966 arbeitete Szunberg an der Universität, schrieb für eine Zeitschrift und leitete deren Kulturredaktion. Seine politischen Aktivitäten trieben ihn nach dem Putsch der Militärs in den Untergrund und dann ins Exil. Die späteren in dieser Auswahl vertretenen Gedichte zeigen „einen unverwechselbaren Weg des profunden Betrachtens, der präzisen Hinterfragung, des poetischen Widerstands gegen das Vergessen, der melancholischen Sehnsucht nach Wahrheit und Gerechtigkeit sowie der bisweilen metaphysischen Lauterkeit seiner Poetik", so Burghardt in seinem sehr informativen Nachwort. Und Matthis Ulrich beschreibt die Poesie Szpunbergs und seine mitunter langen Zeilen so: „die Zeilen entsprechen sozusagen langen und langsamen Denkbewegungen ... man geht ihnen gedanklich nach, steigt ein, malt, bewegt sich, es ist eine Poetik der sozusagen atmenden Wörter ..." „Laßt uns klug und besonnen sein: / es geht nicht mehr darum, das Loch in der Sohle zu stopfen, / sondern darum, die Spur auszumerzen, / die im Schnee hinterlassen wird von einem barfüßigen Menschen." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Wo der Löffel schwimmt wie ein Schiff
Buchbesprechung
Der Buchapplaus



